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NEW MOBILITY WORLD @IAA 2019Frankfurt/Main, 10. – 15. September, 2019
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Was passiert mit den Daten? – Datensicherheit in den modernen Mobilitätskonzepten

By Editorial Team on May 11, 2018

Fahrzeuge haben sich weiterentwickelt. Ob Auto, LKW oder Bus – selbst manche Fahrräder sind heutzutage beinahe rollende Computer. Und Computer funktionieren über: Daten. Gerade die neueren Entwicklungen in der Mobilität, etwa die Sharing Economy oder autonomes Fahren, sind prädestiniert dafür, große Mengen an Informationen aufzulesen.

Doch wer kontrolliert letztendlich die Daten? Noch ist nicht abschließend geklärt ob die Datenhoheit beim Fahrzeugnutzer liegt, oder ob er schrittweise zum gläsernen Fahrer wird. Schließlich stellen sich immer dann wo Daten im großen Stil gesammelt werden diese und ähnliche Fragen: Was passiert mit den ihnen? Wie wird mit ihnen umgegangen? Sind sie sicher?

Dabei macht es keinen Unterschied ob es sich nun um soziale Netzwerke, eCommerce-Plattformen oder eben Connected Cars handelt. Doch während es in den beiden erstgenannten Branhen schon eine relativ fundierte Basis für den Umgang mit Nutzerdaten gibt, herrscht um vernetzte Fahrzeuge noch eine relativ ausgeprägte Grauzone.

Sharing-Anbieter brauchen Kundendaten – Doch was passiert dann?

Für Sharing Anbieter sind Daten ein sensibles Thema. Schließlich müssen DriveNow und Co Informationen über die Nutzer sammeln. Sie brauchen diese um zu wissen, welche Person wann wie lange wie weit und wohin mit dem Fahrzeug gefahren ist. Nur so kann die App dem nächsten Kunden sagen an welchem Ort sich das erstbeste Fahrzeug in seiner Nähe befindet. Die Anbieter können ohne Informationen nicht die Rechnung an den Nutzer stellen und falls das Fahrzeug mal beschädigt sein sollte, können Anbieter auf diese Weise erfahren, wer für den Schaden verantwortlich ist, beziehungsweise wer zu dieser Zeit das Fahrzeug benutzt hat. Dass gewisse Fahrgastdaten also gesammelt werden ist normal und kann nur schwerlich anders gehandhabt werden.

Doch was passiert mit diesen Daten nach der Fahrt? Gegenüber der Zeit betonten car2go und DriveNow bereits 2016, dass das Unternehmen keine Bewegungsprofile der Nutzer speichern oder erstellen würden. Daten, die DriveNow etwa zur Rechnungsstellung erheben würden, würden nur pseudonymisiert verwendet. Zur gleichen Zeit sorgte damals aber auch BMWs damaliger Carsharing-Anbieter für Aufsehen: Nach einem Unfall mit Fahrerflucht, in welchem ein DriveNow-Fahrzeug verwickelt war, gab der Münchener Automobilhersteller Daten des betroffenen Fahrers an das Landgericht Köln weiter. Und im November letzten Jahres stand auch der Bikesharing-Anbieter Obike aufgrund eines Datenlecks in den Schlagzeilen. Nutzer- und sogar Bewegungsdaten wurden von dem Unternehmen abgegriffen und tauchten plötzlich im Internet auf.

Während Fahrgastdaten von den Sharing-Diensten erhoben werden müssen, stellt sich daher dennoch die Frage, welche Daten dies sind und wie sie verarbeitet werden.

Sollten autonome Fahrzeuge ihr gesammeltes Wissen an Dritte weitergeben dürfen?

Gleiches gilt auch für autonome Fahrzeuge: Um funktionsfähig und sicher zu sein, muss das Vehikel eine Vielfalt an Daten erheben, speichern und verarbeiten. Dies können Daten über den Straßenbelag und das Wetter sein, oder aber sensitivere Informationen wie der Ort oder die Geschwindigkeit. Etwa um sich an Autobahnkreuzen vernünftig dem Verkehr anzupassen oder eine Staugefahr zu erkennen. Praktisch muss das Fahrzeug alles wahr- und aufnehmen, was früher der Mensch bewusst und unbewusst wahrgenommen hätte. Doch dies ist eine schiere Menge an Daten.

Für Oxbotica ist auch bereits klar, was mit diesen Daten geschehen könnte. Die Ausgliederung der Universität Oxford entwickelt autonome Fahrzeuge und bekräftigt, dass die Fahrzeuge Wissen untereinander und mit Dritten teilen sollten – Versicherern zum Beispiel. Versicherer würden die Daten und somit auch das Risiko kontrollieren. Von den Roboterautos gesendete Informationen könnten die kontrollierende dritte Partei übermittelt werden. Diese wertet Daten dann aus und schickt sie an andere autonome Fahrzeuge weiter – Handlungsanweisungen und -empfehlungen inklusive. Ein selbstfahrendes Auto könnte ein sehr hohes Verkehrsaufkommen auf einer Autobahn registrieren und an den Kontrolleur übermitteln. Dieser wertet diese Information aus und bewertet sie als Staugefahr; andere autonome Fahrzeuge werden mit dieser Information versorgt und angewiesen in den entsprechenden Streckenabschnitten langsamer zu fahren. So könnte ein Szenario für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Dritten aussehen.

Doch wem gehören diese Daten? Wer darf sie verwenden? Können sie einfach so weitergegeben werden? Eine 14-köpfige Kommission um den Verfassungsrechtler Udo di Fabio hat vergangenes Jahr 20 Thesen für die autonome Mobilität aufgestellt. Die Kommission machte in dem Zusammenhang deutlich, dass die Fahrzeugnutzer selbst über die Verwendung und Weitergabe der gesammelten Daten entscheiden können müssen.

Daten müssen gesammelt, doch die anschließende Nutzung auch hinterfragt werden

Auch die Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, dass die Datenhoheit über gesammelte Daten bei dem Nutzer selber liegen sollte. Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom sind ganze 69% der Befragten davon überzeugt, dass der Eigentümer eines Fahrzeuges letztendlich auch entscheiden darf, wer die gesammelten Daten wie nutzen darf – und 57% der Befragten stehen sogar dem Fahrer (etwa in Bezug auf Sharing-Konzepte) das Recht zu selbst über die erhobenen Daten zu entscheiden.

Daher sollte das nächstliegende Ziel sein: Klarheit schaffen. Welche Daten erhoben werden dürfen, wer die Kontrolle über sie hat, wer sie auswertet, was mit ihnen im Anschluss (etwa nach der Nutzung eines Sharing-Dienstes) geschieht.

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Hero Image Source: Chris Dickens on Unsplash

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