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NEW MOBILITY WORLD @IAA 2019Frankfurt/Main, 10. – 15. September, 2019
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Die Probleme des Bike-Sharings

By Editorial Team on March 29, 2018

Bike-Sharing boomt! Vielerorts steigen sowohl die Anzahl angebotener Fahrräder sowie die Zahl der Nutzer. Das asiatische Tech-Unternehmen Alibaba hat vor einigen Tagen sogar 866 Millionen US-Dollar in den Bike-Sharing-Anbieter Ofo investiert. In immer mehr Städten stehen inzwischen große Flotten an leihbaren Rädern bereit.

Mittlerweile sind die Bikes an vielen Orten auffindbar, bieten eine flexible und einfache Alternative zum ÖPNV oder dem Auto, in Großstädten kommt man mit ihnen schnell von Ort zu Ort und Fahrradfahren schont die Umwelt. Kurzum: Bike-Sharing bietet nur Vorteile. Oder doch nicht?

In vielen Städten haben Bike-Sharing-Anbieter zu kämpfen

Sie hingen von Bäumen, schwammen in der Isar, Sitzpolster wurden zerfetzt, Bremsleitungen durchschnitten, Rahmen demoliert – nur einige der Probleme für Leihräder in München. Für den Anbieter Obike wurde die Situation untragbar, sodass sie 6000 ihrer 6800 Fahrräder in München einsammeln und auf andere Städte verteilen wollen. Und die bayerische Landeshauptstadt ist bei weitem kein Einzelfall. In Paris beklagt der Anbieter Gobee, dass innerhalb von vier Monaten 60% seiner Flotte zerstört wurde. In China stapeln sich in großen Städten teilweise tausende Leihräder auf riesigen Haufen.

Vandalismus, unverantwortlicher Umgang mit den Rädern, aber auch der große Wachstum der Branche selbst setzen vielen Bike-Sharing-Anbietern zu. Die Zahl der Fahrräder überstieg vielerorts den Bedarf um Längen. Obike etwa, stellte in München über Nacht tausende Räder auf; viele Einwohner der Stadt waren verdutzt. Obikes Problem: Die Räder waren von niedriger Qualität, standen überall herum und blockierten so viele Wege – der Hashtag #sadobikes machte die Runde.

Bike-Sharing wird gebraucht

Dennoch können und wollen viele nicht auf die ausleihbaren Drahtesel verzichten. Die Eingangs erwähnten Vorteile haben sich rumgesprochen und werden geschätzt – sowohl bei den Städten als auch bei den Verbrauchern. Viele Städte und Kommunen nutzen die neuen Sharing-Konzepte als wichtigen Bestandteil in ihren Planungen, Emissionen und Luftverschmutzung zu senken sowie das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. So wollen Münchner Verkehrsbetriebe im Jahr 2018 sogar 2000 neue Räder anschaffen.

Und das obwohl sich der größte Anbieter von Leihrädern in München gerade erst wegen des vielen Vandalismus zurückgezogen hat? Ja, denn das Bike-Sharing an sich war nie das Problem. Diese bestanden eher aufgrund des aggressiven Wachstums vieler Anbieter, was sich in zu großen Anzahlen an Bikes, dazu noch von schlechter Qualität, niederschlug. Schnell waren Städte überschwemmt von herrenlosen Fahrrädern.

Die Branche wird auch weiterhin wachsen. Bike-Sharing wird ein beliebtes Angebot bleiben. Nur wird sich das Angebot in Zukunft eher dem wachsenden Bedarf anpassen, anstatt diesen von Beginn an vorauszusetzen.

 

Hero Image Source: berto macario on Unsplash

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