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NEW MOBILITY WORLD @IAA 2019Frankfurt/Main, 10. – 15. September, 2019
Automation

Warum Platooning?

By Editorial Team on December 28, 2018

Nicht die Luftfracht, nicht der Schienenverkehr – Nutzfahrzeuge sind die Treiber hinter dem deutschen Frachttransport. Der Lastwagenverkehr ist wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Erfolg des Landes. Doch die Herausforderungen werden zahlreicher: Soziokulturelle Entwicklungen wie die Urbanisierung, der Boom des Onlinehandels und der damit verbundene Anstieg von Paketlieferungen sowie die gestiegene Güternachfrage im Allgemeinen drücken sich in stetig wachsenden Bedürfnissen an den Frachtverkehr aus. Schätzungen des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge steigt der Frachtverkehr auf 99,7 Milliarden Kilometer bis 2030 an. Ein Anstieg von 28,5 Prozent im Vergleich zu 2019.

Neue Möglichkeiten dank der Digitalisierung

Die Digitalisierung ermöglicht, im Güterverkehr Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Gerade das Platooning hat das Potenzial, den Güterverkehr auf unseren Straßen zu revolutionieren: Mehrere Trucks sind elektronisch miteinander verbunden, teilen untereinander Daten und Fahrtinformationen in Echtzeit. Der Konvoi synchronisiert Beschleunigungs- und Bremsmanöver; Trucks können auf diese Weise sicher mit nur ein paar Meter Abstand fahren. Weitere Vorteile sind eine höhere aerodynamische Effizienz, signifikant reduzierte CO2-Emissionen, eine besser ausgelastete Straßeninfrastruktur und ein optimierter Verkehrsfluss.

Je mehr Vehikel mit der Technologie ausgestattet sind, desto größer ist der Effekt den Platooning auf die zukünftige Effizienz von Frachtverkehr hat.

Das Fundament für Platooning wurde bereits gelegt. Nun ist es an der Zeit, Antworten auf die letzten offenen Fragen zu finden:

  • Welche Veränderungen in der Logistikkette treffen auf die Unternehmen?
  • Wie wird sich der Beruf des Fahrers verändern?
  • Welche Effekte für die anderen Verkehrsteilnehmer sind zu erwarten?
  • Wie können Platoons zwischen verschiedenen Marken organisiert werden und welche Standards sind dafür von Nöten?
  • Wie passt die Technologie in die bestehende Verkehrsinfrastruktur?
  • Wie können wir die Technik international angleichen?

Platooning Thema auf der NMW 18

Während der NMW 18 stellte eine Runde aus Experten genau diese Fragen auf der großen Bühne. Platooning wird gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Verkehrskollaps als wichtiges technologisches Mittel gesehen, um eben diesen zu verhindern. Zwar löst Platooning nicht alle Probleme, aber hebt die Effizienz der Nutzfahrzeuge auf der Straße deutlich.

Bevor Platooning aber flächendeckend angewendet werden kann, müssen erst Vorbehalte in der Beförderung gegenüber autonomen Lastwagenflotten abgebaut werden. Viele haben Sorgen bezüglich der Verkehrssicherheit, wieder andere Gruppen schüren Vorbehalte aufgrund von Interessenskonflikten. Die Nutzfahrzeugbranche muss der Bevölkerung die Chancen des Platoonings verdeutlichen: Nicht nur um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sondern auch in puncto Arbeitssicherheit.

Was passiert mit dem Trucker?

Doch wenn in Zukunft autonome LKW-Kolonnen über Deutschlands Straßen rollen, was passiert überhaupt mit dem Trucker? Das Panel war der festen Überzeugung, dass man den Arbeitsplatz des Truckers anders gestalten könne und auch müsse. Denn eines Vorweg: Den Trucker wird es weiter geben. Man kann auch in Zukunft nicht auf ihn verzichten, auch wenn die Use-Cases für autonome Fahrzeuge mit einem steigenden Automatisierungsgrad zahlreicher werden.

Welche Jobs können wir also in Zukunft vom LKW-Fahrer erwarten? Für viele Aufgaben sind Menschen auch in Zukunft unverzichtbar; auch bei Level-5-Automatisierung braucht es Menschen: für die Lastungssicherung, Frachtbriefe gegenzeichnen, die Auslieferung. Der Trucker wird in Zukunft also eine Art Transportmanager, das Fahrzeug zu einem rollenden Büro.

Doch am Ende waren sich alle einig: Auch wenn auf der A9 bereits testweise zweier-Platoons rollen, werden noch einige Jahre vergehen, bis die Technik reif für die Straße ist.

Image Source: Rhys Moult on Unsplash

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